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Streubomben / Streumunition
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Wer ist von Streubomben betroffen?

Situationen der Menschen und Regionen

98% der Opfer sind Zivilisten, davon ca 27% Kinder. Bauern in von Streumunition verseuchten Gebieten müssen ihre Felder bestellen um ihre Familien zu ernähren. Im Acker ist die Streumunition gut verborgen. Kinder spielen in der Umgebung, hüten Schafe oder werden auf dem Weg zur Schule zu Opfern dieser Waffenart.

Minenräumer gehören ebenfalls oft zu den Betroffenen, da die verseuchten Gebiete oft in keiner Karte verzeichnet wurden. Außerdem ist nicht explodierte Streumunition weitaus unberechenbarer als jeder andere Blindgänger und nicht für Entschärfungsmaßnahmen vorbereitet. Nicht selten explodiert Submunition ohne erkennbaren Anlass.

Im Libanon wurde eine Gruppe von Kindern von Streumunition getroffen, die durch einen Windzug aus den Zweigen eines Baumes fiel, unter dem sie gerade saßen. Zwei der Jungs waren sofort tot, ein weiterer schwer verletzt. Die Überlebenden werden ihr ganzes Leben unter diesem Trauma leiden.

Bis heute gibt es geschätzt ca 100.000 Opfer durch Streumunition, und das ist nur eine grobe Zahl, denn niemand weiß, wieviele der Opfer in ländlichen Gebieten überhaupt gemeldet werden können. Diese Zahl wird im Laufe der Jahre stetig nach oben korrigiert werden müssen.

Wo wurde Streumunition eingesetzt?

Streumunition wurde seit dem zweiten Weltkrieg in mindestens 32 Ländern verschossen.
Deutschland beschoss im Zweiten Weltkrieg in Großbritannien u.a. die Stadt Grimsby mit so genannten "Schmetterlingsbomben", den Vorläufern der Streubomben. Sie hatten eine vergleichbare Wirkung auf die Menschen dort.

Das schlimmste Beispiel aber ist Laos, in dem von 1964 bis 1973 von amerikanischen Streitkräften mehr als 216 Millionen Streumunitionen über das Land verteilt worden sind. Es waren ca 580.000 Angriffe, das bedeutet alle acht Minuten ein Einsatz.
Im Kosovo, in Montenegro und Serbien wurden 1999 von den USA, den Niederlanden und Großbritannien Streumunition verwendet.

Aber auch in jüngerer Zeit wird noch auf Streumunition zurückgegriffen, z.B. im Libanon 2006. Hier sind in dem 33 Tage dauernden Krieg allein in den letzten 72 Stunden ca. 4 Millionen Submunitionen abgeschossen worden. Bei der Blindgängerrate von ca 40% macht das ca 1 Million Blindgänger.
Russland und Georgien haben zugegeben, 2008 in Georgien ebenfalls Streubomben eingesetzt zu haben.

Daneben gelten Afghanistan, der Irak, der Sudan (hier wurde die Munition sogar gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt) als "neuere" Beispiele für eingesetzte Streubomben.

Hier eine die Liste der 32 Länder, die bekanntlich mit Streumunition verseucht sind:

Afghanistan Malwinen Tschetschenien
Albanien Irak Saud-Arabien
Angola Israel Serbien
Aserbaidschan Kambodscha Sierra Leone
Äthiopien Kosovo Sudan
Bosnien-Herzegowina Kroatien Syrien
Dem. Republik Kongo Kuwait Tadschikistan
Eritrea Laos Tschad
Georgien Libanon Uganda
Grenada Westsahara Vietnam
Falklandinseln Montenegro

(Quelle: Handicap International)


Letzte Aktualisierung dieses Dokuments: Mittwoch, 26. März 2014

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